Der jüngste Grand-Slam Sieger aller Zeiten, Michael Chang, gibt „behind-the-racquet“ einen Überblick über seine Karriere und erzählt über die Unterschiede zum heutigen Tennis. Mit einem Alter von 17 Jahren und 110 Tagen gewann der heute 48jährige US-Amerikaner im Jahr 1989 bei den French Open seinen einzigen Grand-Slam-Titel.

Chang gegenüber „behindtheracquet“: „Ich denke das es eine Sache gibt, die ich bei meiner Zeit auf der Tour ändern würde – meine Mentalität. Man merkt nicht wie schnell die Zeit vorüber geht. Man spielt da draussen und denkt sich: Mit diesem Jahr auf der Tour bin ich fertig und ich habe schon das nächste Jahr vor mir.“

„Profi geworden bin ich kurz vor meinem 16. Geburtstag und noch vor meinem 32. Geburtstag bin ich schon in den Ruhestand gegangen. Die Jahre vergingen wie im Flug. Wenn ich zurückblicke, hätte ich viele Momente einfach mehr genießen sollen – zum Beispiel Turniersiege.“

„Hätte ich gewusst, dass ich 15 Jahre Profi sein werde, wäre ich wahrscheinlich anders an das Training heran gegangen. Heute haben Spieler auf der Tour, dadurch sie sich besonders gut im ihren Körper kümmern, eine viel längere Dauer als Profi. Dieser Prozess ist heutzutage viel weiter fortgeschritten, und somit können die Top-10 Spieler bis Ende der 30er auf höchstem Level spielen. Das hat man damals in meiner Generation so nicht gesehen.“

Ich war ein denkender Spieler

„Ich hatte damals weder die Größe noch die Kraft, ich musste mich durch die Spiele denken und mein Gehirn einschalten. Als Trainer ist es ähnlich wie damals als Spieler, ich konzentriere mich auf den Stil des Spielers und entwickle da dann die passende Strategie. Schwierig ist es dann während einem Match, da sitze ich auf der Tribüne und kann nicht mehr ins Geschehen eingreifen, richtig weh tut es dann wenn ich genau beobachten kann, was in den jeweiligen Momenten anders zu machen wär.“

„Das Tennis hat sich mit der neuen Schlägertechnologie sehr verändert. Früher in meiner Generation gab es verschiedene Spezialisten – seien es die Grundlinienspieler, die Serve and Volley Spieler oder die Allcourt-Spezialisten, es gab viele verschiedene Stile gegen die man spielen musste. Heutzutage gibt es diese große Vielfalt an Stilen nicht mehr. Die meisten spielen mit viel Power und Spin, denn sie sind mit den neuesten Technologien der Schläger aufgewachsen und wissen genau wie sie sie nutzen können. Keiner der Spieler aus meiner Generation spielt heute noch mit den alten Schlägern, da mit der neuen Technik mit viel weniger Aufwand mehr erreicht werden kann.“

 

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Bild: Maarten van Maanen from Eindhoven, Netherlands / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0) / Wikimedia