Schiedsrichter Christoph Sternat gab Einblicke in das Leben als Schiedsrichter und gab auch ehrlich zu, dass in dieser Saison Fehler passiert sind. Außerdem spricht er auch die Problematik von Social Media an.

Im Podcast “Hockey o´clock” von Martin Pfanner nahm Sternat zu verschiedenen Themen Stellung. Unter anderem machte er darauf aufmerksam, dass ein Schiedsrichter mindestens 60 Minuten durchgehend auf dem Eis steht, man sich für keine zwei Minuten hinsetzen kann. Dementsprechend benötigt es auch Ausdauer. Damit es in diesem Bereich zu keinen Problemen kommt und auch um eventuellen Rückenproblemen vorzugreifen, wird im Sommer intensiv trainiert. Die Fans gehen auch den Schiedsrichtern richtig ab. Vor allem im Jänner und Februar gibt es laut Sternat ein Loch, wo man Extramotivation finden muss. Und das ist mit Fans einfacher als ohne.

In einem weiteren Teil des Podcasts geht Sternat aber auch auf diverse Entscheidungen aus dieser Saison ein und gesteht Fehler ein. “Wir sind heuer ziemlich schwach gestartet. Wir waren, so ehrlich muss man sein, nicht gut. In letzter Zeit wurde es besser, aber wir sind noch immer nicht da, wo wir sein sollten. Wir haben aber leider noch immer Situationen dabei, die wir falsch bewerten. Die wir anders bewerten hätten müssen. Wir müssen selber unsere härtesten Kritiker sein. Wir versuchen mit Video-Clips die ganzen Situationen aufzuarbeiten und müssen versuchen, eine Linie zu finden. Das ist aber auch abhängig vom Spiel. Man kann manchmal eine lockere Linie laufen lassen, wenn man weiß, die Mannschaften spielen Hockey. Dann gibt es aber auch Mannschaften, die nutzen diese Situation aus. Da wird es schmutzig und auch emotionaler. Und wenn man hier den Moment verpasst, dann kann es sein, dass das Spiel völlig kippt”, so Sternat.

Ein Beispiel ist natürlich Bozen-Crack Mike Halmo. Nach dem Check gegen Wukovits bekam Halmo zunächst eine 5+ Spieldauer, diese Strafe wurde aber in 2+2 Strafminuten geändert. Sternat klärt diese Situation im Podcast auf:”Ich war Teil dieses Spiels. Wir waren uns eigentlich einig, dass wir eine 5+Spieldauer aussprechen, weil der Check am Eis brutal ausgesehen hat. Man kennt Mike. Er fährt unglaublich harte Checks. Ich finde aber, er spielt gar nicht so unfair. Er hat den Ruf, dass er ein extrem unfairer Spieler ist. Finde ich jetzt aber nicht so, er spielt einfach extrem hart und manchmal ist es “over the top”. Das Problem war, dass wir es uns noch einmal angesehen haben. Wir haben uns zu sehr auf den Ali fokussiert. Es war eigentlich alles gegeben, dass er gecheckt werden darf. Ali hat gesehen, dass Mike kommt und wollte sich schützen. Wir haben die Bewegung von Ali in die Entscheidung einbezogen, was ein Fehler war. Du darfst einem Spieler, der gecheckt wurde, niemals einen Vorwurf machen. Er wollte sich nur schützen. Wir haben den Check falsch bewertet. Einfach die falsche Entscheidung.”

Die Möglichkeit, 5+Spieldauer Strafen sich anschließend noch einmal im Video anzusehen, gibt es erst seit heuer. Und die Schiedsrichter müssen auch nach Sichtung des Videos eine Strafe aussprechen, eine Rücknahme ist nicht erlaubt. “Wir dürfen uns Sachen ansehen, für dass wir eine 5+Spieldauer ausgesprochen haben. Einzige Ausnahme ist der hohe Stock mit 2+2, den dürfen wir uns ebenfalls ansehen. Wir dürfen die Strafen verringern, aber nicht auf 0 gehen.”

Problem mit Social-Media
Ein Problem das Sternat anspricht, ist das Social Media selbst. Das verhindert zum Teil auch, dass man Nachwuchsschiedsrichter bekommt, weil diverse Kommentare abschrecken. “Die Schiedsrichter stehen fast durchgehend im Fokus. Wenn man auf die Social Media Kanäle schaut, es wird nicht über das Spiel geschrieben, es geht immer sofort in Richtung Schiedsrichter. Man braucht wirklich ein dickes Fell, um sich dem auszusetzen. Wir hatten schon Leute, die sich verrückt gemacht haben. Man bekommt bei Social Media auch persönliche Nachrichten, wirklich auf tiefem Niveau. Es waren Sachen dabei wo man sich denkt, wie kann das sein? Wir sind ja auch keine Blinden die keine Ausbildung haben, uns auf das Eis stellen und irgendetwas machen. Sondern wir opfern unsere Freizeit. Wir sind zwei Profis, der Rest geht arbeiten. Und sich dann immer diversen Drohungen auszusetzen, da fragt man sich ab und zu schon, warum tut man sich das an?”

Christoph Sternat geht aber noch auf weitere Dinge im Podcast ein: Wie zum Beispiel auf die Strafe von Rick Schofield und er kritisiert auch ein wenig den Blick von manchen Journalisten. Also unbedingt reinhören beim Podcast:

ring-sports.at

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Im Podcast “Hockey o´clock” von Martin Pfanner nahm Sternat zu verschiedenen Themen Stellung. Unter anderem machte er darauf aufmerksam, dass ein Schiedsrichter mindestens 60 Minuten durchgehend auf dem Eis steht, man sich für keine zwei Minuten hinsetzen kann. Dementsprechend benötigt es auch Ausdauer. Damit es in diesem Bereich zu keinen Problemen kommt und auch um eventuellen Rückenproblemen vorzugreifen, wird im Sommer intensiv trainiert. Die Fans gehen auch den Schiedsrichtern richtig ab. Vor allem im Jänner und Februar gibt es laut Sternat ein Loch, wo man Extramotivation finden muss. Und das ist mit Fans einfacher als ohne.

In einem weiteren Teil des Podcasts geht Sternat aber auch auf diverse Entscheidungen aus dieser Saison ein und gesteht Fehler ein. “Wir sind heuer ziemlich schwach gestartet. Wir waren, so ehrlich muss man sein, nicht gut. In letzter Zeit wurde es besser, aber wir sind noch immer nicht da, wo wir sein sollten. Wir haben aber leider noch immer Situationen dabei, die wir falsch bewerten. Die wir anders bewerten hätten müssen. Wir müssen selber unsere härtesten Kritiker sein. Wir versuchen mit Video-Clips die ganzen Situationen aufzuarbeiten und müssen versuchen, eine Linie zu finden. Das ist aber auch abhängig vom Spiel. Man kann manchmal eine lockere Linie laufen lassen, wenn man weiß, die Mannschaften spielen Hockey. Dann gibt es aber auch Mannschaften, die nutzen diese Situation aus. Da wird es schmutzig und auch emotionaler. Und wenn man hier den Moment verpasst, dann kann es sein, dass das Spiel völlig kippt”, so Sternat.

Ein Beispiel ist natürlich Bozen-Crack Mike Halmo. Nach dem Check gegen Wukovits bekam Halmo zunächst eine 5+ Spieldauer, diese Strafe wurde aber in 2+2 Strafminuten geändert. Sternat klärt diese Situation im Podcast auf:”Ich war Teil dieses Spiels. Wir waren uns eigentlich einig, dass wir eine 5+Spieldauer aussprechen, weil der Check am Eis brutal ausgesehen hat. Man kennt Mike. Er fährt unglaublich harte Checks. Ich finde aber, er spielt gar nicht so unfair. Er hat den Ruf, dass er ein extrem unfairer Spieler ist. Finde ich jetzt aber nicht so, er spielt einfach extrem hart und manchmal ist es “over the top”. Das Problem war, dass wir es uns noch einmal angesehen haben. Wir haben uns zu sehr auf den Ali fokussiert. Es war eigentlich alles gegeben, dass er gecheckt werden darf. Ali hat gesehen, dass Mike kommt und wollte sich schützen. Wir haben die Bewegung von Ali in die Entscheidung einbezogen, was ein Fehler war. Du darfst einem Spieler, der gecheckt wurde, niemals einen Vorwurf machen. Er wollte sich nur schützen. Wir haben den Check falsch bewertet. Einfach die falsche Entscheidung.”

Die Möglichkeit, 5+Spieldauer Strafen sich anschließend noch einmal im Video anzusehen, gibt es erst seit heuer. Und die Schiedsrichter müssen auch nach Sichtung des Videos eine Strafe aussprechen, eine Rücknahme ist nicht erlaubt. “Wir dürfen uns Sachen ansehen, für dass wir eine 5+Spieldauer ausgesprochen haben. Einzige Ausnahme ist der hohe Stock mit 2+2, den dürfen wir uns ebenfalls ansehen. Wir dürfen die Strafen verringern, aber nicht auf 0 gehen.”

Problem mit Social-Media
Ein Problem das Sternat anspricht, ist das Social Media selbst. Das verhindert zum Teil auch, dass man Nachwuchsschiedsrichter bekommt, weil diverse Kommentare abschrecken. “Die Schiedsrichter stehen fast durchgehend im Fokus. Wenn man auf die Social Media Kanäle schaut, es wird nicht über das Spiel geschrieben, es geht immer sofort in Richtung Schiedsrichter. Man braucht wirklich ein dickes Fell, um sich dem auszusetzen. Wir hatten schon Leute, die sich verrückt gemacht haben. Man bekommt bei Social Media auch persönliche Nachrichten, wirklich auf tiefem Niveau. Es waren Sachen dabei wo man sich denkt, wie kann das sein? Wir sind ja auch keine Blinden die keine Ausbildung haben, uns auf das Eis stellen und irgendetwas machen. Sondern wir opfern unsere Freizeit. Wir sind zwei Profis, der Rest geht arbeiten. Und sich dann immer diversen Drohungen auszusetzen, da fragt man sich ab und zu schon, warum tut man sich das an?”

Christoph Sternat geht aber noch auf weitere Dinge im Podcast ein: Wie zum Beispiel auf die Strafe von Rick Schofield und er kritisiert auch ein wenig den Blick von manchen Journalisten. Also unbedingt reinhören beim Podcast:

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