Bei der Generalversammlung des Eishockeyverbandes kommt es am 27. Juni in Villach zur Wahl des neuen Präsidiums. Antreten wird auf der einen Seite das Team von Gernot Mittendorfer (aktueller ÖEHV-Präsident) und das Team von Klaus Hartmann (Herausforderer). Hier finden Sie nun das ausführliche Interview mit ÖEHV Präsident Gernot Mittendorfer, das Interview mit Klaus Hartmann gibt es HIER ZUM NACHLESEN.

Gernot Mittendorfer hat in den letzten Jahren das Amt als ÖEHV Präsident  bekleidet. Nun kommt es also am 27.Juni in Villach zur Wahl und der  amtierende Präsident hat mit Klaus Hartmann nun einen neuen Gegenspieler 
bekommen. Überrascht war Mittendorfer aber nicht. „Nein, ich war nicht  überrascht. Es gibt ein paar Personen, die mit unserer Arbeit nicht  zufrieden sind. Es bahnte sich bereits ein halbes Jahr lang an.“

Klaus Hartmann soll eine breite Unterstützung bekommen, doch auch Mittendorfer kann auf eine breite Basis setzen. „Ich schätze, meine Chancen stehen gut. Ich habe in den letzten Wochen sehr viel positives 
Feedback erhalten.“ Das bestehende Team tritt wieder zur Wahl an, bis auf Peter Schramm, der aus Altersgründen nicht mehr kandidiert. Sein Nachfolger als Tiroler Landesverbandspräsident tritt an seine Stelle. „Wir werden vielleicht noch um eine Person erweitern, das wird aber erst noch diskutiert. Ich bin der Meinung, dass in schwierigen Zeiten Kontinuität enorm wichtig ist.“

Die Kritik an Roger Bader
Der aktuelle Teamchef bekleidet beim ÖEHV auch die Rolle des sportlichen  Leiters. Aus mehreren Ecken gab es aus diesem Grund auch Kritik in Richtung Verband. „Das weiß ich natürlich und mir ist das durchaus bewusst, jedoch ist das alles eine finanzielle Frage. Ich muss mit den zur Verfügung stehenden Mitteln das Bestmögliche daraus machen. Eine Lösung mit Sportdirektor und einem Trainer, der zusätzlich noch einen Club trainiert, ist auch nicht optimal. Die Einführung eines Sportdirektorrates halte ich für einen Rückschritt, da das zu komplexen aufgeblähten Strukturen führt, wo am Ende niemand verantwortlich ist.“ Das derzeitige Präsidium ist mit der Entwicklung im sportlichen Bereich zufrieden. 

Nationalteam auf dem richtigen Weg
Auch wenn man sich zuletzt nicht in der A-Gruppe etablieren konnte, ist man mit der Ausrichtung des Nationalteams beim ÖEHV zufrieden. Und auch  der Wiederaufstieg konnte aufgrund der Pandemie nicht erfolgen. „Ich bin sehr zufrieden. Wir haben den Österreichcup in Klagenfurt gewonnen und uns sehr auf die WM gefreut – leider hat uns Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht.“

Zufrieden ist Mittendorfer auch mit der Kooperation mit der Liga selbst. Der Vertrag läuft 2021 aus. In den nächsten Wochen wird über eine Verlängerung verhandelt werden. „Natürlich wünschen wir uns bei manchen Themen eine schnellere Entwicklung. Unser Anliegen ist natürlich Chancen für junge österreichische Spieler zu schaffen. Wir haben hier aber mit der AlpsHL eine zweite Plattform geschaffen. Die Fans wollen eine starke, 
ausgeglichene Liga sehen. Es ist aber nie einfach, eine richtige Mischung zu finden.“ Jetzt gilt es zuerst die Vereine zu unterstützen und Sorge zu tragen,dass die seitens der Politik zugesagte finanzielle Unterstützung für den Sport schnell bei den Betroffenen ankommt.

Sollte Gernot Mittendorfer wiedergewählt werden, dann wird man sich  zunächst auf die U 18 Damen-WM konzentrieren. „Die Damen-WM in einem halben  Jahr ist natürlich ein wichtiger, großer Punkt.“ Ansonsten will man die  Auswirkungen der Corona-Krise versuchen auszugleichen und endlich wieder  Spiele vor Fans austragen.

Ring-sports.at

Hintergrundbild: U.S. Air Force photo by Edward Aspera Jr. / Public domain / WIKIMEDIA