EBEL. Eishockey Bundesliga. KAC gegen VSV. Bischofberger Johannes (KAC), Maxa Felix (VSV). Klagenfurt, am 5.1.2020. Foto: Kuess www.qspictures.net

Ring Sports unterhielt sich ausführlich mit VSV-Crack Felix Maxa über die abgelaufene Saison, seine Vertragsverlängerung, Jamie Fraser und auch über seine Zeit beim Nationalteam.

Felix Maxa spricht im Interview zunächst über die abgelaufene Saison:“Wir hatten einen sehr schweren Start. In den ersten Spielen der Saison konnten wir nicht das Gefühl entwickeln, das wir erfolgreich sind. Und das hat auch ein wenig Unruhe hinein gebracht und viele Spieler bei uns verunsichert. Diese Gewinnermentalität, dass wir auch knappe Spiele gewinnen, die hat einfach gefehlt. Nach dem Trainerwechsel (Anm.Red. Rob Daum löste Dan Ceman ab) haben wir eine kurze Anlaufzeit benötigt, bis wir in einen Flow hineingefunden haben. Zu Beginn der Qualifikationsrunde hat man aber gesehen, was in der Mannschaft steckt. Und trotz dem verkürzten Line-Up war etwas möglich. Es war schade, dass wir nicht mit einem kompletten Kader in die „Crunch-time“ gehen konnten.“

Im Viertelfinale traf der EC VSV auf den EC KAC. Und das Team von Rob Daum zeigte eine ansprechende Leistung im Playoff, am Ende reichte es gegen den Rekordmeister aber nicht. „Die Serie war sicherlich auf Augenhöhe. Wir hatten in der Mannschaft das Gefühl, dass wir alles hatten, um den KAC zu schlagen. Nach Spiel 1 ist auch ein Ruck durch die Mannschaft gegangen. In der Serie war Spiel 3 dann entscheidend, wo wir eigentlich als Sieger vom Eis gehen hätten müssen. Außerdem hatten wir ein kleines Line-Up im Vergleich zum KAC und so hat uns am Ende einfach die Kraft gefehlt.“

Wut im Bauch nach Verletzung von Teamkollegen
Verletzungen haben den VSV über die komplette Saison hinweg begleitet. Eine böse Attacke von Mike Halmo hat die Saison von Stürmer Bjorkstrand frühzeitig beendet. „Ich habe das Foul gesehen. Es ist kein Geheimnis, dass wir in der Mannschaft anderer Ansicht waren, als die Liga und das DOPS. Für uns kommt natürlich auch die emotionale Seite dazu. Ein Mitspieler verletzt sich und ist in einer Situation, wo es um das Karriereende gehen kann. Auf der einen Seite hofft man, dass es dem Kollegen gut geht und auf der anderen Seite, dass es eine adäquate Strafe geben wird. Wenn man dann ein wenig Abstand nimmt und sich die Situation noch einmal in Ruhe ansieht und vor allem auch mit anderen Strafen vergleicht, dann muss man eigentlich sagen, dass es hier viel mehr Spiele geben hätte müssen. Ein Spieler muss sich mit dem Karriereende beschäftigen nur weil ein anderer Spieler in einer Situation, wo es absolut unnötig war, wirklich auf Verletzungsabsicht auf einen Zweikampf hinein geht. Da muss man schon sagen, dass man sich diese Situation auch noch einmal mit Wut im Bauch ansieht.“

Karriereende von Jamie Fraser schmerzt
Ähnlicher Ansicht wie Maxa bezüglich dem Foul an Bjorkstrand war übrigens Jamie Fraser (hier zum Nachlesen). Der Kapitän hat seine Karriere vor wenigen Wochen beendet und dieser Abgang schmerzt das ganze Team, wie auch Felix Maxa bestätigt:“Wenn ein Abgang innerhalb der Mannschaft am meisten schmerzt, dann ist es der Abgang von Jamie. Er ist als Person ein toller Mensch, war ein toller Kapitän und hatte in der Kabine eine Ausstrahlung, die einfach einzigartig war. Jamie Fraser war immer der Leitwolf innerhalb einer Mannschaft. Wir verlieren mit ihm einen guten Freund und einen Führungsspieler. In vielen schwierigen Situationen war Jamie ein Spieler, der in der Kabine das Wort ergriffen hat und auch in schweren Zeiten gesagt hat, was Sache ist und in guten Momenten war er die Person, die einerseits dafür verantwortlich war, dass es so gut gelaufen ist und auf der anderen Seite die Mannschaft immer gepusht hat.“

2-Jahresvertrag in Villach – Maxa hat keinen Agenten
Felix Maxa hat erst vor kurzem einen 2-Jahresvertrag in Villach unterschrieben. Gegenüber „Ring Sports“ schildert er seine Beweggründe:“Ich identifiziere mich mit dem VSV. Für das Motto, für das der VSV steht, mit Leidenschaft, mit Herz und blauen Bluat an die Sache heranzugehen, das ist etwas, mit dem ich mich sehr identifizieren kann. Und auch der Klub mit mir. Alleine wie gearbeitet wird, war für mich ein Grund, warum ich in Villach bleibe. Der VSV bietet für mich, auch sportlich gesehen, die besten Rahmenbedingungen. Villach ist eine zweite Heimat geworden, weil ich hier auch Freunde für das Leben gefunden habe.“

Andere Angebote gab es nicht und Maxa selbst hat auch keinen Agenten:“Nein, es gab keine anderen Angebote. Ich persönlich habe keinen Spieleragenten. Es war für mich wichtig, dass ich mit Villach die ersten Gespräche führe. Und aus diesem Grund habe ich mit keinem anderen Verein verhandelt und es gab auch deswegen kein Interesse von einem anderen Klub. Für mich war von Anfang an klar, dass ich in Villach bleiben will.“

In der kommenden Saison will Maxa wieder einen Schritt nach vorne machen. „Meine Rolle in der kommenden Saison wird sich kaum von jener aus dieser Saison unterscheiden. Ich bin ein Spieler, der in der dritten und vierten Linie für Stabilität sorgen soll. Und auch in der Kabine vielleicht einen kleine Führungsrolle einnimmt. Und so sehe ich mich in der kommenden Saison. Ich möchte mich in engen Situationen für die Mannschaft aufopfern und alles am Eis geben. Persönlich möchte ich meine offensiven Qualitäten mehr entfalten und mit der Mannschaft erfolgreich sein.“

Das Ziel mit dem VSV ist auch klar:“Man spielt Eishockey, um erfolgreich zu sein und muss persönliche Ziele mit jenen vom Verein ein wenig abgrenzen. Ich als Spieler spiele Eishockey um zu gewinnen und ich möchte mit dem VSV Meister werden. Auch wenn es jetzt nicht so realistisch ist wie vielleicht mit anderen Vereinen. Ich denke, wenn man als Spieler nicht nach dem Höchsten strebt, dann kann man diese Sportart auch nicht betreiben.“

Die letzten Tage verbrachte Felix Maxa beim Nationalteam. Hier gab es gegen Ungarn einen knappen Sieg und eine Niederlage gegen Belarus. „Was von außen nicht so wahrgenommen werden kann, weil man in der Kabine auch nicht dabei ist: Jedes mal wenn man zum Nationalteam kommt, verspürt man positive Energie. Seit Roger Bader Teamchef ist, gibt es eine tolle Atmosphäre im Team. Und das hat sich auch in dieser Woche bestätigt. Wir haben einen Trainer, der auch jungen Spielern eine Chance gibt.“

Im August geht es um die Olympia-Qualifikation, wo sich Felix Maxa nur wenig Chancen ausrechnet, um dabei zu sein. „Ohne mein Können zu schmälern, ich sehe aber keine realistische Chance, das ich dabei bin. Auch weil ich der Meinung bin, dass in Österreich zurzeit qualitativ enorm starke Spieler zur Verfügung stehen. Ich sehe meine Chancen da eher gering. Ich möchte aber in Zukunft mit dabei sein.“

Felix Maxa ist 23 Jahre alt und verbrachte seine Jugend im Nachwuchs der Vienna Capitals. In der Saison 2017/2018 wechselte Maxa nach Villach und war in den letzten Jahren ein Teil der Kampfmannschaft des EC VSV. In der abgelaufenen Saison kam Maxa auf 3 Tore und 5 Assists.

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