Bild: HC Innsbruck

Bei den Haien aus Innsbruck hat sich in der Off-Season einiges getan. So wurden über den Sommer mit Ausnahme von Jan Lattner alle Legionäre ausgetauscht und großteils verjüngt. Genauso ist eben angesprochener Lattner der einzig verbliebene aus dem letztjährigen Kader, der in der teaminternen Scorerbilanz unter den Top11 in Innsbruck war. Auch die Playoffs wurden verpasst und somit krempelte das neue Trainer Duo Mitch O’Keefe und Florian Pedevilla den Kader komplett um. In der Pre-Season gewann man die Spiele gegen bei weitem nicht komplette Bulldogs aus Dornbirn und gegen die Black Wings 92. Allerdings setzte es gegen den AlpsHL- Vertreter VEU Feldkirch eine Niederlage. Zum Abschluss gab es noch einen 5:1 Erfolg gegen die Heilbronner Falken.

Kader 2020/21

Neuzugänge
Auf der Torhüterposition galt es den Abgang von Ex-NHL Goalie Scott Darling zu kompensieren. Mit dem 30jährigen Tom McCollum holte man einen interessanten Mann erstmals nach Europa. Vergangene Saison war er gleich für 4 Teams im Einsatz, Hartford Wolfpack in der AHL sowie die 3 ECHL- Teams Maine Mariners, Florida Everblades und Reading Royals. Sein Backup war bereits schon in Innsbruck und kehrt nach einem Jahr in der AlpsHL wieder zurück. Rene Swette konnte mit dem KAC bereits 2x Meister in der EBEL. In der Defensive setzen die neuen Männer hinter der Bande auf Spieler, die keinem Zweikampf aus dem Weg gehen und mit ihren Gardemaßen die gegnerischen Stürmer zur Verzweiflung bringen sollen. Nach wie vor dabei ist hier der Tscheche Jan Lattner. Er bekommt Verstärkung aus Norwegen in Form von Adrian Saxrud Danielsen (190cm/90kg), Colton Saucerman aus den USA (175cm/88kg), welcher schon in der Vorbereitung gegen Dornbirn die Handschuhe fallen ließ sowie die beiden baumlangen Kanadier Jonathan Racine (188/88) und Kevin Tainsey (193/102), der vergangene Saison noch im Znojmo-Trikot verteidigte. An diesen Verpflichtungen sieht man bereits, dass Coach Mitch O’Keefe auf die Defensivarbeit viel wert legt. Abgerundet wird die Abwehr noch von den Österreichern Lukas Jaunegg und Sebastian Wetzelsberger, die dann wohl Verteidiger 6 und 7 sind. In der Offensive wurde jeder Legionär ausgewechselt. Jeweils 5 Jahre verbrachten Ex-Kapitän Tyler Spurgeon und John Lammers bei den Haien, nun folgten sie Ex-Coach Rob Pallin nach Kaufbeuren in die DEL2. Die neuen Waffen im Sturm sind Inselbomber Sam Herr (Topscorer in der EIHL), das ehemalige Stjernen-Duo Braden Christoffer und Daniel Ciampini (beide unter den Top-8 Scorern in Norwegen in der vergangenen Saison), Felix Girard, der bereits in Fehervar seine Klasse aufblitzen ließ und die beiden U24 Legionäre Max Gerlach und Deven Sideroff. Dazu stoßen noch die Österreicher Dario Winkler (Vienna Capitals) sowie Henrik Hochfilzer, Thomas Mader und Christian Jennes aus der AlpsHL. Weiter in Innsbruck sind Kromp, Bär (dürfte heuer als Verteidiger auflaufen), Paulweber, Kuprian und Westerthaler.

Stärken
Mitch O’Keefe und Florian Pedevilla setzen auf eine stabile, hart arbeitende und körperlich präsente Abwehr, die immer in der Lage ist Beton anzurühren. Mit McCollum und Swette hat man ein solides Torhüterduo, welches mit dieser Abwehr vor sich mit Sicherheit einige Gegentore weniger kassieren wird als in den Saisonen davor. Die Situation unter Pallin war in den letzten Jahren in Innsbruck meist ähnlich – vorne hui, hinten pfui. Wie sich die neuen Stürmer in Innsbruck präsentieren, bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall ist bei den Legionären genug Klasse vorhanden, Herr kommt als Topscorer der EIHL und wurde prompt zum neuen Kapitän ernannt, Christoffer und Ciampini haben gemeinsam in Norwegen für eine deutliche Punkteausbeute gesorgt. Auch Girard und Gerlach haben schon bewiesen welch talentierte Spieler sie sind.

Schwächen
In Innsbruck liegen die Schwächen wie schon in den Jahren zuvor deutlich am Österreichersektor. Die besten Österreicher der Liga spielen allesamt bei anderen Mannschaften. Ob die Österreicher wie Kromp, Paulweber oder Winkler eine tragende Rolle spielen können wird man im Laufe der Zeit noch sehen. Eine weitere Sache, wo die Haie im Vergleich zu anderen Teams etwas hinterherhinken ist die Kadertiefe. 2,5 Linien werden mit Legionären besetzt, dahinter kommt dann nicht mehr allzu viel nach.

Verbesserungspotenzial
Wie schon bei den Schwächen erwähnt, würde den Innsbruckern der eine oder andere weitere erprobte Österreicher nicht schlecht tun, um die Tiefe im Kader etwas zu erhöhen und die hinteren Linien zu verstärken. Eine längere Verletzung eines oder mehrerer Leistungsträger kann in Innsbruck nicht kompensiert werden und würde das Trainerduo dazu zwingen, auf weniger Linien umzustellen oder rasch zu handeln. Die 2 Toplinien dürfen auf keinen Fall auslassen, ansonsten wird es mit dem Scoringpotenzial eng werden. Ebenfalls müssen O’Keefe/Pedevilla (welcher selbst keinem Fight abgeneigt war) ihre Verteidiger im Zaum halten, ansonsten könnte es da die ein oder anderer Sperre geben.

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