Bild: EC Red Bull Salzburg

Am 1. Juli hat mit Manuel Skacal ein neuer Goalie Coach seine Arbeit in der Red Bull Eishockey Akademie aufgenommen. Gemeinsam mit Markus Kerschbaumer, der seit letztem Jahr für die Torhüter bei den Profis und in der Akademie verantwortlich ist, kümmern sich die beiden nun um die Torhüter in Salzburgs Ausbildungsstätte, nachdem die Torhütertrainer Janne Kari-Koskinen und Igor Buluchevsky die Akademie verlassen haben. 

Und es scheint so, als ob damit die Familie wieder vereint wäre, denn mit Manuel Skacal hat Kerschbaumer bereits in Villach sechs Jahre zusammengearbeitet. Bevor es dazu kam, hat ‚Manny‘, wie er von seinen Freunden gerufen wird, aber erst mal selbst Eishockey gespielt. Natürlich als Torhüter; begonnen als Fünfjähriger, verschlug es den gebürtigen Wiener in den Nachwuchs der Vienna Capitals, suchte dann vier Jahre beim VSV sowie noch je ein Jahr in Graz und Zell am See sein Glück. Sogar zwei Spiele mit den Red Bulls in der damaligen Erste Bank Young Stars League (2012/13) stehen in seiner Vita. Zu einem Einsatz in der österreichischen Top-Liga hat es aber nicht gereicht und so reifte bei ihm bald der Entschluss, es selbst als Torwarttrainer zu probieren. 

„Ende 2012 habe ich für mich entschieden, die aktive Karriere zu beenden, weil ich den Weg in die Bundesliga für mich nicht mehr gesehen habe. Kurz darauf hat mich ‚Kerschi‘ gefragt, ob ich ihn nicht in Villach unterstützen wolle. Und das war dann der Startschuss in mein neues Leben als Trainer“, blickt Skacal auf die Anfänge zurück. Beide haben schnell gemerkt, dass sie sich bei der Arbeit auf dem Eis gut ergänzen. Kerschbaumer streut seinem Kollegen Rosen: „Was er macht, macht er mit Leidenschaft. Und wenn wir über das Torhütertraining diskutiert oder ein Spiel angeschaut haben, habe ich immer diese Begeisterung bei ihm gespürt. Und er findet einen Draht zu den jungen Spielern, kommt gut bei ihnen an.“ 

Für Skacal stand bald fest, dass dieser Job wie für ihn gemacht ist: „Wenn man sein ganzes Leben in der Eishalle verbringt und mit den Jungs unterwegs ist, dann will man irgendwie Teil dieser Community bleiben. Das ist für mich der Weg, in der Eishockeyfamilie zu bleiben.“ Und dieser Weg hat den 29-Jährigen, dessen Frau weiterhin in Villach lebt, nun nach Salzburg verschlagen. 


OPTIMALE ARBEITSBEDINGUNGEN FÜR TRAINER 

Sein Leben als Trainer wurde damit offenbar auf eine ganz neue Ebene gehoben: „Hier an der Akademie bekommt man alles, was man zum Arbeiten braucht. So lange du arbeiten willst, wird dir nichts in den Weg gelegt, es gibt keine Ausreden.“ Seine Aufgabe sieht er klarerweise darin, die Akademie-Torhüter zu entwickeln und über einen Zeitraum von fünf, sechs Jahren im besten Falle zu Profis zu machen. Eine Philosophie, die auch Kerschbaumer mitträgt: „Ich bewerte einen Torhüter ungern zu früh. Wir geben den Jungs die Zeit, die es braucht, sich zu entwickeln. Bei Torhütern ist das auch sehr speziell, da sie ja diese Aufgabe gewissermaßen als Einzelsportler auf dem Eis bewältigen müssen.“   

Der Wechsel nach Salzburg ist ihm dabei nicht schwergefallen. „Nachdem ich mit ‚Kerschi‘ in Villach schon lange gemeinsam gearbeitet hatte, wusste ich, worauf ich mich einlasse. Es ist einfach mein gewohntes Umfeld, wenn er da ist.“ Auch Kerschbaumer ist mit seinem neuen Kollegen glücklich: „Ich weiß, was er kann. In Villach hat Manny z.B. oft wochenlang das Training der Profis allein durchgeführt, wenn ich mit dem Nationalteam unterwegs war. Daher weiß ich, dass ich mich auf ihn verlassen kann. Wir haben die gleichen Inhalte, sprechen die gleiche Sprache. Das zieht sich jetzt bis nach München, wo Patrick Dallaire mit uns im Austausch ist und wir uns theoretisch sofort ersetzen könnten, sollte es die Situation erfordern.“   


GOALIE COACHES ARBEITEN IM TEAM

Die Zusammenarbeit der beiden ist dabei keine Einbahnstraße von ‚oben nach unten‘, sondern wird als kreativer Prozess gelebt. „Manny hat viele Ideen und oftmals entstehen zwischen uns heiße Diskussionen. Das bringt uns voran, weil dadurch Themen aus verschiedenen Blickwinkeln gesehen werden. Da geht es nicht darum, wer Recht hat, sondern wir verstehen uns als Goalie Coach-Team, das gemeinsam eine Lösung findet.“   

Dennoch sieht Skacal in Kerschbaumer ganz klar seinen Mentor: „Alles, was ich übers Tormannspiel weiß, habe ich von ihm gelernt. Sowohl als Aktiver – Kerschi war in Villach auch vier Jahre lang mein Goalie Coach – als auch als Trainer. Ich bin mit ihm mehr oder weniger in diesem Sport aufgewachsen.“ 

Auch in anderer Hinsicht hat Skacal von seinem Mentor profitiert „Wir haben in den Sommern viel Golf zusammen gespielt und darum ist er quasi schuld daran, dass ich heute Golf spiele.“ Was dem Maturaabsolventen in den letzten Jahren auch die Möglichkeit eröffnet hatte, als Greenkeeper auf einem Golfplatz zu arbeiten – und daneben noch als Goalie Coach. Seine Vollzeitstelle in der Red Bull Eishockey Akademie weiß er daher umso mehr zu schätzen: „Das hier ist für mich der größte Luxus. Ich komme jeden Tag vorbereitet zum Training und gehe am Ende des Tages nachbereitet aus der Eishalle. Ich kann mich jeden einzelnen Tag mit 100% meiner Arbeit widmen.“ Im Moment sind zwar Ferien, aber prinzipiell betreuen die beiden Goalie Coaches gemeinsam inklusive Bundesliga-Goalies 14 bis 15 Akademie-Torhüter.  

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