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Ring Sports unterhielt sich exklusiv mit Dornbirn Manager Alexander Kutzer. Er spricht dabei über die abgelaufene Saison, die Exit-Meetings und auch über den Transferstopp.

Die Dornbirn Bulldogs konnten sich über die Zwischenrunde für die Playoffs qualifizieren. Gegen Salzburg zeigte man starke Begegnungen, so führte man zwischenzeitlich sogar mit 2:0 in der Serie. Am Ende sollte es aber nicht ganz reichen, im Viertelfinale war Endstation. „Aus sportlicher Sicht haben wir uns über die Saison super entwickelt, hatten ein ausgeglichenes Team mit 4 starken Linie. Und meiner Meinung nach haben wir ein attraktives Eishockey gezeigt. Sich die ganze Saison zwischen Platz 5 und Platz 6 zu bewegen, war natürlich toll“, so Alexander Kutzer mit einem kurzen Saisonrückblick.

Ein wichtiger Faktor ist dabei Headcoach Kai Suikkanen. „Er ist ein sehr guter Trainer, der seine eigenen Ziele hat und er ist natürlich ein wichtiger Teil vom ganzen Konstrukt. Aber die Trainer alleine können keine Spiele gewinnen. Es muss auch die Organisation, die Infrastruktur und das Umfeld passen. Es haben alle einen guten Job gemacht.“ Mit dem Umfeld spricht General Manager Alexander Kutzer auch die Umstände an, dass die Bulldogs erstmals die komplette Infrastruktur im Stadion nutzen konnten, was ansonsten nicht möglich ist.

„Wir konnten zum ersten Mal ein Sommertraining nach unseren Vorstellungen gestalten, weil wir für das Sommertraining die leere Eishalle (ohne Eis) bekommen haben und auch nutzen durften. Das hat schon einen riesen Unterschied ausgemacht. Auch im Winterbetrieb wo die Halle normalerweise auch von anderen Sportarten benutzt wird, stand uns die Eishalle durch Corona großteils alleine zur Verfügung. Dadurch hatten wir die Zeit, richtig zu arbeiten. So konnte man mehrmals trainieren und Kai Suikkanen an seinen Vorstellungen arbeiten. Vor allem durch den engen Spielplan war das heuer ein großer Vorteil, da man ansonsten nicht individuell trainieren konnte.“ So hatte man unter anderem die Möglichkeit, dass Powerplay oder Penaltykilling dementsprechend zu trainieren, da eben auch die notwendige Zeit bzw. Infrastruktur (Eis wenn es benötigt wurde) den Bulldogs zur Verfügung stand. „Wir hatten einfach ein rein professionelles Umfeld und wir konnten die Sportstätte so nutzen, wie wir das gebraucht haben. Die Nutzungszeiten wurden also dieses mal an den Spitzensport angepasst und nicht andersrum.“ Das zeigt, dass bei einem richtigen Umfeld auch Budget-schwächere Teams sich den Erfolg erarbeiten können. Das könnte sich aus der Sicht der Bulldogs für die kommende Saison aber leider wieder ändern.

In den letzten Tagen haben die Bulldogs die „Exit-Meetings“ abgeschlossen. Und grundsätzlich können sich viele Spieler vorstellen, in Dornbirn zu bleiben. „Jeder würde gerne in Dornbirn bleiben. Sobald dann aber der Spielermarkt mit den Agenten ins Spiel kommt, geht es dann aber wieder um andere Dinge. Also nicht darum, wie man die Spieler betreut hat, wie die Hotels usw. waren . Es geht dann nur um das Geschäft….“, so Alexander Kutzer.

Die jungen Bulldogs Spieler haben heuer eine sehr starke Saison gespielt . „Es werden, wenn im Sommertraining alles klappt, noch mehr von den jungen Spielern zu sehen sein, welche wir in den letzten Jahren ausgebildet haben. Wir haben uns das Geld und die Zeit genommen, um gute Nachwuchsarbeit zu machen und wir sind froh, dass sie sich so gut entwickeln. Der Weg ist aber noch nicht fertig. Wir werden mit den Spielern, die es sich verdienen, sicher noch härter weiterarbeiten und sie werden noch besser werden, als sie aktuell sind. Vorausgesetzt die Agenten und Eltern lassen uns die Zeit die Spieler zu entwickeln. Den auch hier ist es wie im Spiel selbst, von aussen wissen es immer alle besser. Alles andere ist dann wieder Business und da möchte ich nicht viel dazu sagen.“

Der Kader für die kommende Saison
Die Bulldogs hatten in dieser Saison ein Team mit Charakter und somit wäre es natürlich der Wunsch, dieses Team weiterhin in Dornbirn zu sehen. „Wir wollen generell versuchen, die ganze Mannschaft zu halten. Wie bereits erwähnt, wollen die meisten Spieler selbst in Dornbirn bleiben. Wir möchten also die Mannschaft auch so zusammenhalten. Aber noch einmal: Hier trifft der Wunschgedanke Verein auf Agent, Agent trifft auf Markt, der Markt auf Möglichkeiten, Möglichkeiten ergeben sich aus Budgets und Budgets ergeben die Spieler, vermittelt vom Ageten, der dann hoffentlich dem Wunsch Vereins entspricht. Das ist ein ganz normaler Ablauf, der spätestens Ende April beginnt. Wir wollen den Großteil halten, ob das finanziell möglich sein wird, das wird sich dann weisen.“

Während andere Klubs bereits eifrig Spieler unter Vertrag nehmen, warten die Bulldogs noch etwas ab. Für Dornbirn sind zunächst einmal die Rahmenbedingungen der Liga wichtig, bevor man bezüglich Spielern Nägel mit Köpfen macht. „Das betrifft unter anderem den Spielmodus und die Reisen. Es kommen einige Dinge aufgrund der Aufstockung auf 14 Teams auf uns zu.“

Emilio Romig wird in der kommenden Saison laut „Ring Sports Informationen“ nicht mehr in Dornbirn auflaufen. General Manager Alexander Kutzer wollte das weder bestätigen, noch dementieren. Ein Abgang wäre aber natürlich schmerzhaft. „Jeder Spieler, der uns verlässt, schmerzt. Wir stehen aber keinem Wechsel im Weg.“

Durchwachsen waren auch die Torhüterleistungen. Oskar Östlund blieb eher hinter den Erwartungen, während Thomas Höneckl tolle Leistungen zeigte. Unzufrieden ist man aber keineswegs. „Den Versuch, sich Coronabedingt die Kosten eines Tormanntrainer einzusparen und dafür zwei erfahrene Torhüter zu holen, hat sich sicher bewährt. So hatte man von der Qualität die Möglichkeit, beide Torhüter abwechselnd einzusetzen. Deswegen sind wir mit dieser Entscheidung zufrieden.“ Östlund wird wohl eher keine Zukunft bei den Bulldogs haben, auch wenn sich der General Manager hier nicht in die Karten blicken lassen will.

Gibt es aktuell einen Transferstopp?
„Es gibt verschiedene Namen dafür wenn kluge Manager zurückhaltend agieren, speziell wenn sie die erforderlichen Eckdaten und Rahmenbedingungen für die neue Saison noch nicht kennen. Ich bin mir aber sicher, dass alle General Manager untereinander aktuell nichts machen würden, was das Produkt Eishockey, vor allem in dieser schwierigen Zeit wie Corona, schädigt oder unter Druck bringt. Jeder wird verantwortungsvoll mit diesen Dingen umgehen. Das betrifft auch die Frage, wann man einen Spieler unter Vertrag nimmt.“

Offen ist derzeit weiterhin der Spielmodus, der immer wieder intern diskutiert wird. „Die Vereine streben einen Modus an, wo alle so lange wie möglich spielen können. Derzeit ist das Ganze aber noch in Diskussion“, so Alexander Kutzer abschließend.