Es war für alle ein Schock, als beim Salzburger Stürmer Alexander Rauchenwald Anfang Oktober 2019 Lymphdrüsenkrebs diagnostiziert wurde. Umso größer war die Freude, als der 26-jährige Villacher am 7. Februar dieses Jahres bekannt geben konnte, dass er vom Krebs geheilt ist und dann sogar noch drei Bundesligaspiele mit den Red Bulls absolviert hat, ehe der Spielbetrieb Corona-bedingt eingestellt wurde.

Bemerkenswert daran war nicht nur die Tatsache, dass ‚Smokey‘ schon nach den ersten Operationen davon gesprochen hat, noch in der gleichen Saison aufs Eis zurückkehren zu wollen, sondern auch wie er den langen Therapieweg mit eisernerm Willen und Zuversicht gegangen ist und dabei in der Begegnung mit seinen Mitmenschen immer Optimismus ausgestrahlt hat.    

Alex‘ Geschichte ist von der Erste Bank Eishockey Liga schließlich auch mit der Auto Eisner Story of the Year gewürdigt worden. Eine Auszeichnung, die während der vergangenen Saison monatlich für besonders herausragende oder denkwürdige Leistungen vergeben wurde. Wir haben mit dem sympathischen Villacher, der sich nach eigenen Angaben besser denn je fühlt, über die Ehrung gesprochen.     

Alex, was bedeutet dir diese Auszeichnung? 
Es hat mir einmal mehr gezeigt, wie schön es ist, dass am Ende alles so gut ausgegangen ist und ich sogar noch spielen konnte. Es war insgesamt nicht leicht und daher freut es mich auch sehr, dass die Eishockeyliga Anerkennung dafür findet.

Wenn du das Ganze rückblickend betrachtest – vom ersten Verdachtsmoment, dann der Krebs, die erfolgreiche Behandlung, Rückkehr ins Team und aufs Eis – wie siehst du das mit etwas Abstand?
Eigentlich habe ich das alles schon hinter mir gelassen und denke kaum über die vergangenen Monate nach. Im Winter während der Behandlung war das mein tägliches Gedankengut, aber jetzt schaue ich nur nach vorn in die Zukunft und nicht mehr zurück. 


Wie geht es dir heute?
Mir geht es richtig gut! 


Hast du eine Botschaft für Menschen, die in einer ähnlichen Lage sind? 
Ich glaube, man muss sehr diszipliniert sein und für sich selbst herausfinden, was das Beste für einen ist. Das fängt schon beim Essen an, wie man in den Tag reinstartet, wie man sich den Tagesablauf organisiert. Aber es ist bei jedem individuell, in der Therapiezeit habe ich z.B. wenig geschlafen in der Nacht und versucht, mich abzulenken. Man holt sich viele Meinungen und Ratschläge ein, aber im Endeffekt muss man selbst herausfinden, wie man mit der Situation umgeht.     

Nachdem du den Krebs praktisch besiegt hattest, kam mit dem Coronavirus gleich die nächste Herausforderung auf dich zu. Wie hast du das aufgenommen, auch wenn es jetzt alle anderen gleichermaßen betrifft? 
Das war natürlich echt schade, weil ich mich so intensiv auf die Rückkehr vorbereitet hatte. Andererseits war ich noch nicht zu 100% fit. Ich habe zwar gespielt und hätte mit der Mannschaft auch gern die Meisterschaft gewonnen. Dann kam es anders und ich habe die vergangenen Monate genutzt, körperlich wieder dort hinzukommen, wo ich schon einmal war. Keine Ahnung, ob mir das auch gelungen wäre, wenn wir noch bis Ende April gespielt hätten. Ich war wie die anderen auch enttäuscht über den verfrühten Saisonabbruch, hab dafür aber mehr Zeit für mich bekommen.    

In welcher Form befindest du dich im Moment, verglichen mit demselben Zeitraum des Vorjahres? 
Ich habe eine bessere Kondition als vor einem Jahr. 

Seit über drei Wochen dürft ihr wieder in der Akademie trainieren. Wie war das, die Teamkollegen nach so langer Zeit wieder zu sehen?  
Ich habe nicht gewusst, dass man echt einen Lagerkoller kriegen kann, aber das gibt es offenbar wirklich. Ich war sehr froh, die Jungs wieder zu treffen und in der Akademie trainieren zu können, einfach den Pflichten nachzukommen. Es hat sich auf eine positive Art wieder ein Arbeitsgefühl eingestellt. Aber da ist es wohl allen gleich ergangen; wenn man bei Sonnenschein vor die Tür getreten ist, war es okay, aber bei schlechtem Wetter in der Wohnung war es manchmal nicht auszuhalten. 

Wie sehr fehlt dir das Eis? 
Ich würde gern aufs Eis gehen. Ich hoffe, dass wir bald wieder Eis machen dürfen in der Akademie und wir ein-, zweimal pro Woche aufs Eis gehen können im Sommer. Und ich freue mich schon sehr auf die neue Saison. 

Quelle: EC Red Bull Salzburg